Dorfkirche Lietzow (Havelland, Brandenburg)
Dorfkirche Lietzow (Havelland, Brandenburg)

Dorfkirche Lietzow

Havelland

Die Kirche in Lietzow wurde 1863-1865 als neugotischer Saalbau mit gelber Backsteinverblendung errichtet, die sich auch auf den spitzen, von einer Kreuzblume bekrönten massiven Turmhelm erstreckt. Die erhaltenen Entwurfs- und Ausführungszeichnungen des Architekten Otto Lorenz (1838-1896), der unter dem Kreisbaumeister Becker in Friesack und dem Potsdamer Regierungs- und Baurat Friedrich Wilhelm Horn (1804-1877) arbeitete, zeigen den Einfluss des Oberbaudirektors Friedrich August Stüler (1800-1865) in Berlin. Dem Kirchenschiff mit rechteckiger Grundrissform ist im Westen ein 37,70 Meter hoher Turm mit oktogonaler Spitze vorangestellt, dessen quaderförmiger Turmschaft in Höhe des Kirchendachfirstes in ein Oktogon übergeht. Auf der östlichen Giebelseite ist ein eingezogener polygonaler Chor angefügt. Die Kirche ist trotz ihres sanierungsbedürftigen Zustandes ein besonders wertvolles denkmalgeschütztes Bauwerk der Spätromantik, da ihre Ausstattung bis hin zur Farbfassung weitgehend im Urzustand erhalten ist.

Das Kirchenschiff wird von einem flach geneigten Satteldach mit vom Innenraum sichtbarer Konstruktion überdeckt, das ursprünglich mit Rechteckschieferplatten eingedeckt war. Die parallel zur Straße gerichtete Dachhälfte soll – wie bereits 2013 das Norddach – die historisch nachgewiesene Rechteck-Schiefereindeckung erhalten. Dafür ist es notwendig, die Deckenbalken-, Binder- und Sparrenauflager zimmermannsmäßig instand zu setzen. Mit der Sanierung des Süddaches könnte die Hüllensanierung der Lietzower Kirche bis auf die Neuverfugungen und kleinere Schadensbeseitigungen an der Fassade abgeschlossen werden.